Faire Beschaffung fängt in Kommunen oft mit Lebensmitteln an, wie hier beim ausgeschenkten Tee bei Veranstaltungen oder in der Verwaltung selbst.

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Fair handeln lohnt sich

Der Wettbewerb „Hauptstadt des Fairen Handels“ hat begonnen

Fair Handeln – für viele ist das heute eine Selbstverständlichkeit. Viele achten heute beim Kauf von Kaffee, Bananen oder Bekleidung auf die verschiedenen Siegel des Fairen Handels und sichern damit eine faire Behandlung und Bezahlung der Produzenten. Inzwischen setzen auch immer mehr Kommunen auf fair hergestellte Produkte.

 

Seit 2003 wird alle zwei Jahre eine Kommune in einem Wettbewerb zur „Hauptstadt des Fairen Handels“ gekürt. Die Servicestelle Kommunen in der Einen Welt, die von Bund, Ländern, Kommunen und Nichtregierungsorganisationen getragen wird, ruft dazu in der ganzen Bundesrepublik auf. 2019 siegte die Stadt Neumarkt in der Oberpfalz. Nun ist es wieder so weit. Engagierte Kommunen können sich für den Titel 2021 bewerben.

 

Der Wettbewerb

Der Wettbewerb „Hauptstadt des Fairen Handels 2021“ steht unter der Schirmherrschaft von Gerd Müller, Bundesminister für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung. Erstmals sind bei dem Wettbewerb neben Städten und Gemeinden auch Landkreise zugelassen. Der Wettbewerb will zielführende Aktivitäten im fairen Handel und der fairen Beschaffung sichtbar machen.
Als Aktivitäten können sowohl einzelne Aktionen oder Projekte als auch kontinuierliche Maßnahmen, Leitbilder und Strategien eingereicht werden. Sie müssen jedoch bei Einsendeschluss abgeschlossen oder in Umsetzung sein. Außerdem dürfen sie nicht älter als fünf Jahre sein.
Preiswürdige Projekte werden einem breiten Publikum vorgestellt und ermuntern so zur Nachahmung. Damit wird nicht nur global verantwortliches Handeln in Kommunen gewürdigt, die Auszeichnung dient überdies der Stärkung und Weiterentwicklung des kommunalen Engagements. Die Gewinner erhalten Preisgelder in Höhe von insgesamt 250.000 Euro. Alle Teilnehmer können außerdem 2022 an zwei zweitägigen Erfahrungsaustauschen teilnehmen.

 

Alle Teilnahmekommunen gewinnen: Jede Kommune kann, wie hier in Lahnstein, kostenlos an den beiden exklusiven Erfahrungsaustauschen des Wettbewerbs teilnehmen und wird so Teil einer Lerngemeinschaft.

 

Die Sieger von 2019

2019 belegte Neumarkt in der Oberpfalz den ersten Platz. Neumarkt darf sich bereits seit 2009 als „Fair Trade Town“ bezeichnen. Der Oberbürgermeister der 40.000-Einwohner-Stadt, Thomas Thumann, hatte damals ein Amt für Nachhaltigkeitsförderung gegründet. Sein Ziel war es, den fairen Handel in die Verwaltung zu integrieren.
So tragen heute alle Mitarbeiter des Bauhofs nachhaltig produzierte Kleidung. Auch in Kitas und Schulen wird fair eingekauft. Es gibt in Neumarkt inzwischen zwei Fair-Trade-Schulen. Außerdem betreibt der Eine-Welt-Laden die „Eine-Welt-Station“ mit vielen plakativen Lernstationen, die man sich ausleihen oder mieten kann.
In den vierzig Einzelhandelsgeschäften und in dreizehn gastronomischen Betrieben der Stadt gibt es Produkte mit dem Fair-Trade-Siegel. Über eine Internetseite der Stadt können sich die Bürger ausführlich darüber informieren, wo es welche Fair-Trade-Produkte gibt. Im Eine-Welt-Laden gibt es sogar fairen Wein aus Drakenstein in Südafrika. Mit Drakenstein verbindet Neumarkt auch eine Klimapartnerschaft. Bürger fördern durch ihren Kauf direkt die Menschen vor Ort in Südafrika.
Ähnliche Beispiele und Projekte konnten auch die Zweit- und Drittplatzierten im 2019-Wettbewerb vorlegen. In Münster engagieren sich Schüler der Gesamtschule und entwickeln eigene Projekte. In Nürnberg werden Läden mit fairen Produkten unterstützt, die Universität Nürnberg trägt schon seit geraumer Zeit den Titel „Fairtrade University“, da sich Studenten dem Netzwerk für Wirtschafts- und Unternehmensethik angeschlossen haben. In Leipzig tragen die Feuerwehrleute nachhaltig produzierte Berufskleidung. Fußbälle und Handbälle in den Schulen stammen aus einer fairen Produktion. Der Einsatz der Gewinnerkommunen zeigt, wie breit die Möglichkeiten der Kommunen sind, sich für einen fairen Handel einzusetzen.

 

Fünf Hauptpreise und fünf Sonderpreise im Gesamtwert von 250.000 Euro winken den teilnehmenden Kommunen. Die Freude bei den Gewinnerkommunen war 2019 bei der Preisverleihung in Köln groß.

 

Einfache Bewerbung und eine schöne Trophäe

Die Bewerbung verläuft online über die Internetseite. Bei Fragen stehen die Mitarbeiter von Engagement Global zur Verfügung. Bewerben können sich alle Städte, Kommunen und Landkreise ab dem 4. Januar 2021. Die Bewerbungsfrist läuft am 2. Juli 2021 aus. Die Jury wird – wie jedes Jahr – aus Repräsentanten verschiedener Organisationen und Behörden bestehen.
Der Wettbewerb ist in jedem Durchgang in die Faire Woche eingebettet, der bundesweiten Aktionswoche des Fairen Handels. Im Jahr 2019 bildete die Preisverleihung zudem den Auftakt zum bisher größten Kongress zu den Themen Fairer Handel und Faire Beschaffung. Vom 18. bis 20. September 2019 fand damals „Fair begegnen – Fair gestalten” in der Hauptstadt des Fairen Handels des Jahres 2017 Köln statt. 2021 wird die Preisverleihung am 23. September in Neumarkt stattfinden. Sie ist fest eingeplant.
Und eines steht fest: Der Gewinner erhält nicht nur den begehrten Titel „Hauptstadt des Fairen Handels 2021“ und ein Preisgeld. Er bekommt auch eine besondere Trophäe, die anlässlich des zehnten Wettbewerbs 2013 in Auftrag gegeben wurde. Die Trophäe ist eine Stele aus Holz und farbigen Metallen, in deren oberen Teil eine Weltkugel als drehbares Objekt eingelassen ist. Ein aus fair gehandeltem Blattgold eingelassenes Dreieck steht stellvertretend für die Gewinnerkommune. Der Sieger erhält so auch ein attraktives Objekt für das Rathaus. Zwei Jahre lang darf es dann dort stehen, bis es an die nächste Siegerkommune weitergereicht wird.

 

Auch die vielfältigen Berufsbekleidungen innerhalb einer Verwaltung können fair beschafft werden. Hier inspizieren Bundesentwicklungsminister Dr. Gerd Müller (links) und der niedersächsische Ministerpräsident Stephan Weil in Hannover entsprechende Kleidungsstücke.

 

Weitere Informationen zum Wettbewerb:
www.faire-hauptstadt.de
Bei Fragen: hauptstadtwettbewerb.skew@engagement-global.de
Tel.: +49 228 20 717-880


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4. Januar 2021


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