Das Klärwerk Gut Großlappen der Münchner Stadtentwässerung bekam im April 2022 eine von der Firma Hiller neu installierte maschinelle Eindickungsanlage (Detailaufnahme).

Das Klärwerk Gut Großlappen der Münchner Stadtentwässerung bekam im April 2022 eine von der Firma Hiller neu installierte maschinelle Eindickungsanlage (Detailaufnahme).

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Dicker Schlamm schmälert Entsorgungskosten

Klärwerk in München erhält eine maschinelle Eindickungsanlage

Im Klärwerk Gut Großlappen der Münchner Stadtentwässerung wurden die anfallenden Überschussschlämme bisher statisch eingedickt, was einige Nachteile mit sich brachte. Das ist nun Geschichte: Seit April 2022 läuft eine von der Firma Hiller neu installierte maschinelle Eindickungsanlage im Regelbetrieb.

Bei der statischen Eindickung galten besonders der einzudickende Schlamm aus der Biologie 2 sowie der Überschussschlamm aus der separaten Prozesswasserbehandlung aufgrund seiner Flotationseigenschaften als „schwierig“. Der eingedickte Schlamm wurde in weiterer Folge über Exzenterschneckenpumpen mit einer Förderleistung von 90 Kubikmetern pro Stunde über eine Länge von 300 Metern zur anaeroben Weiterbehandlung gepumpt und homogenisiert. Der eingedickte Schlamm konnte mit maximal fünf bis sechs Prozent Trockenrückstand (TR) zu den Faultürmen gepumpt werden. Ein höherer Eindickgrad führte zu einem Druckaufbau in den Rohrleitungen, der von den eingebauten Pumpen nicht mehr zu bewältigen war.

Praxistest erfolgreich bestanden

Deshalb beschlossen die Betriebsverantwortlichen, den Überschussschlamm aus der Biologie 2 und aus der Prozesswasserbehandlung zukünftig maschinell einzudicken. Für die erforderliche hydraulische Entlastung der Faulturmkapazitäten war die Zielsetzung eine Erhöhung des Eindickgrades auf acht Prozent Trockenrückstand.
Im März 2019 wurde deshalb die Firma Hiller mit einer großtechnischen Versuchsdurchführung mit einer mobilen Eindickzentrifuge beauftragt.
Ziel war es, belastbare Leistungsdaten zu liefern, die für einen Systemvergleich der vorliegenden Ergebnisse bei statischer Eindickung gegenüber möglichen Resultaten bei maschineller Schlamm-Eindickung mittels Eindickzentrifuge herangezogen werden können.
Zusätzlich sollte der Effekt einer Desintegration des Überschussschlammes mittels des in der Eindickzentrifuge integrierten „Lysatgeschirrs“ dokumentiert werden.

Bei dem Versuch wurden die folgenden Schwerpunkte aufgezeigt:

  • veränderte Pumpfähigkeit (Fließfähigkeit) des eingedickten Schlamms mit und ohne aktive Desintegrationseinrichtung
  • Ergebnis- beziehungsweise Betriebsstabilität des vorgewählten Eindickgrades
  • Betriebskosten zum Beispiel für Flockmitteleinsatz und Strom
  • Flexibilität des Systems hinsichtlich unterschiedlicher Schlammeigenschaften
  • Betreuungsintensität des maschinellen Eindickprozesses

Folgende Resultate wurden dokumentiert:

  • Der Überschussschlamm lässt sich mit oder ohne Lysattechnologie sehr stabil und wahlweise von vier bis zehn Prozent TR eindicken.
  • Bei Betrieb mit aktiver Desintegrationseinrichtung kann die Viskosität des eingedickten Schlammes um zirka ein Drittel reduziert werden.
  • Das bestehende Pumpsystem konnte einen auf acht Prozent TR eingedickten Schlamm über 300 Meter problemlos fördern. (Es wurde dabei eine Druckreduzierung um 33 Prozent gegenüber dem Betrieb ohne Desintegrationseinrichtung dokumentiert)
  • Ein stabiler Abscheidegrad im Zentrat von mehr als 98,5 Prozent.
  • Die Ergebnisse sind unabhängig der einzelnen Schlammspezifikationen reproduzierbar.
Gesamtaufnahme einer Eindickungsanlage von Hiller, wie sie im Klärwerk Gut Großlappen der Münchner Stadtentwässerung eingebaut wurde.

Gesamtaufnahme einer Eindickungsanlage von Hiller, wie sie im Klärwerk Gut Großlappen der Münchner Stadtentwässerung eingebaut wurde.

Neue Anlage bewältigt 100 Kubikmeter pro Stunde

Die aus der verlängerten Aufenthaltszeit im Faulturm durch Volumenreduktion erzielten Effekte – eine erhöhte Faulgasausbeute mit verbesserten Stabilisierungsgrad und einem erhöhtem Organik-Abbau – waren für die Entscheidungsträger der Münchner Stadtentwässerung die Grundlage, eine entsprechende Investition im Oktober 2020 öffentlich auszuschreiben. Es folgte eine Projektausschreibung, die von den Bewerbern eine konstruktive sowie verfahrenstechnische Erfahrung und konkrete Referenzen im spezifischen Marktsegment der maschinellen Überschussschlamm-Eindickung und Desintegration einforderte. Die Hiller GmbH konnte überzeugen und erhielt den Zuschlag für den Bau einer kompletten Eindickanlage für 100 Kubikmeter pro Stunde, welche in einer Doppelstockcontaineranlage einzuplanen war.

Die neue Eindicklinie wurde im April 2022 in Betrieb genommen und bestätigte von Beginn an die Ergebnisse aus dem Probebetrieb. Über eine extern beauftragte wissenschaftliche Begleitung der Betriebsergebnisse soll der Prozesseinfluss der Klärschlammdesintegration bis hin zu den verbesserten Entwässerungseigenschaften ausführlich untersucht und dokumentiert werden.

Die Konsistenz von Klärschlamm mit und ohne Lysat unterscheidet sich so, dass dies seine Fließeigenschaft beeinflusst.

Die Konsistenz von Klärschlamm mit und ohne Lysat unterscheidet sich so, dass dies seine Fließeigenschaft beeinflusst.


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