Das denkmalgeschützte Gebäude wurde nach dem Ersten Weltkrieg vom renommierten Architekten Erich Elingius entworfen.

Das denkmalgeschützte Gebäude wurde nach dem Ersten Weltkrieg vom renommierten Architekten Erich Elingius entworfen.

11. Juli 2023 – Anzeige

Denkmalgeschützte Villa gerettet

Beton sorgt für sicheren Untergrund

Im Hamburger Stadtteil Othmarschen war eine alte Villa vermutlich durch Austrocknung der torfhaltigen Böden um bis zu 50 Zentimeter abgesackt. Das denkmalgeschützte Gebäude wurde als eines der ersten Einfamilienhäuser nach dem Ersten Weltkrieg von dem renommierten Architekten Erich Elingius entworfen. Die massive Bauweise mit zweischaligen Außenwänden aus hart gebrannten Ziegeln ist für das Hamburger Format typisch.

Besondere Details wie die Holzfenster mit Originalbeschlägen sind bis heute gut erhalten. Der Eigentümer entschied sich daher für die Instandsetzung des Gebäudes.

Stahlbetonkeller macht die Sanierung möglich

Die Villa war von Anfang an mit einem äußerst modernen Stahlbetonkeller ausgestattet. Durch die circa 30 bis 40 Zentimeter dicke Sohle, die Betonwände und aufgrund der Stahlbetondecke stand der Backsteinbau auf einer sehr steifen Einheit. Daher entschieden sich die Planer für das Aufständern der Villa mit Presspfählen. Der Vorgang funktioniert wie das Wagenheber-Prinzip. An zwei Tagen konnte das Haus mit dieser Technik um rund 50 Zentimeter angehoben werden.

Das Einbringen, Montieren und hydraulische Anheben der Pfähle übernahm eine Spezialfirma. Die Presspfähle wurden bei vollständiger Bodenverdrängung in eine Tiefe von bis zu vierzehn Metern in den Boden gerammt. Es wurden auch zehn Pfähle im Außenbereich gesetzt, alle weiteren wurden aufgrund der schwierigen Bodenqualität unter dem Haus angebracht. Auch im Keller musste an 30 Stellen durch die circa 40 Zentimeter dicke Betonsohle gebohrt werden. Die Hebevorrichtung im inneren Bereich bestand aus Gewindestangen, davon wurden vier Stück je Bohrung in die Betonsohle eingeklebt.

 

Für die Sanierung musste der Garten metertief abgetragen werden.

Für die Sanierung musste der Garten metertief abgetragen werden.

 

Beton als Problemlöser

Durch die Anhebung entstand unter der Sohle ein Volumen von 48 Kubikmetern. Für eine langfristige und dauerhafte Lagesicherung des Gebäudes musste der Hohlraum nach der Anhebung zeitnah verfüllt werden, sodass eine flächige Lastenverteilung und der Ausschluss von Luft gewährleistet wurde. Nach gründlichen Recherchen waren sich alle Beteiligten einig, dass Beton die beste Wahl ist. Nach Rücksprache mit dem Labor von Heidelberg Materials stand fest, dass der sehr fließfähige Easycrete, versehen mit Quellmittel, die optimale Lösung für dieses Vorhaben ist.
Der Easycrete SF erreichte mit einem C25/30, F6 die gewünschte Druckfestigkeit. Die Quellmittel wurden auf der Baustelle mit dem Easycrete vermischt und wirkten gegen das Schwinden des Betons. Der Beton konnte sich so kraftschlüssig unter der bestehenden Bodenplatte verteilen, denn diese muss direkt auf der neuen Betonschicht aufliegen, sodass das Haus wie auf einem Betonkissen ruht.

Das Bauunternehmen benötigte für die Schalung einen Tag, da diese sehr dicht sein musste, um den besonders fließfähigen Beton zu halten. Die 50 Kubikmeter Beton wurden in insgesamt sechs Stunden eingebracht. Die Rettung des denkmalgeschützten Wohnhauses war ein voller Erfolg. Nach der aufwendigen Operation konnte mit der Sanierung im Innen- und Außenbereich begonnen werden.

 

Mit Presspfählen, die wie Wagenheber funktionieren, wird die in Teilen abgesackte Villa angehoben (links). Und Heidelberger Beton ist dann die Lösung für die Hohlraumverfüllung (rechts).

Mit Presspfählen, die wie Wagenheber funktionieren, wird die in Teilen abgesackte Villa angehoben (links). Und Heidelberger Beton ist dann die Lösung für die Hohlraumverfüllung (rechts).

 

Objektsteckbrief:

  • Projekt: Villa in Othmarschen, Hamburg
  • Architekten: Andreas Edye Architekten, Hamburg
  • Pfahlbauunternehmen: König GmbH, Stade
  • Beton: 50 m3 Heidelberger Easycrete SF C 25/30, F6
  • Lieferwerk: Heidelberg Materials Beton, Region Nord-West, Hamburg
  • Fertigstellung: 2022

 

Ein im Boden verankerter Presspfahl

Ein im Boden verankerter Presspfahl


Logo Heidelberg Materials AG

Berliner Straße 6
69120 Heidelberg

Tel. +49 6221 481-0
Fax. +49 6221 481-135 53
E-Mail. info@heidelbergmaterials.com
Web. www.heidelbergmaterials.de

Mehr von
Heidelberg Materials AG

Anzeige

Kirchenbau aus Leichtbeton

In exponierter Lage am Rande eines Grünzugs hat die Neuapostolische Kirche ein markantes Gebäude erbaut. Der Neubau setzt sich als skulpturaler Baukörper aus durchgefärbtem Leichtbeton bewusst von der angrenzenden... mehr lesen


19. Juni 2024


Das könnte Sie auch interessieren


Butzbach Industrietore Anzeige

Viele Gebäude, eine Optik

Für viele kommunale Einrichtungen gilt es, verschiedenste bauliche Anforderungen in Einklang zu bringen. Beim neuen städtischen Bauhof Traunreut verlangten die bisher auf mehrere Standorte verteilten Bereiche wie Magazin- und... mehr lesen

Lichtmastprüfung mit dem Roch-Verfahren Anzeige

Wie sicher stehen Masten?

Der fortschreitende Klimawandel lässt eine nachhaltige Entwicklung zu einem immer präsenteren Thema werden. Die Standsicherheitsprüfung von stehend verankerten Systemen wie zum Beispiel. Lichtmasten, Flutlichtmasten, Ampelmasten ist ein Bereich, welcher... mehr lesen

Mit Wärmebildkameras lässt sich relativ leicht feststellen, wie gut gedämmt ein Gebäude ist. Anzeige

Erst die Analyse, dann die Gebäudesanierung

Energiesparpotentiale an privaten und kommunalen Gebäuden werden in der Großen Kreisstadt Tuttlingen (Region Schwarzwald-Baar-Heuberg) gezielt aufgedeckt – und möglichst genutzt. Gemeinsam mit dem Mannheimer Energieunternehmen MVV bringt die Stadt... mehr lesen