Beim Cheerleader-Training von „Inclusion Cheer“ (von links): Isabelle Fremgen, Elsa Bailon und Melissa Eder

Beim Cheerleader-Training von „Inclusion Cheer“ (von links): Isabelle Fremgen, Elsa Bailon und Melissa Eder

12. März 2024

So setzen Städte ein Zeichen für Inklusion

Entspannte Host-Town-Woche in Pirmasens ging den Special Olympics voraus

Pirmasens hatte sich 2022 erfolgreich als Host-Town (Gastgeber-Stadt) für die 16. Internationalen Sommerspiele der Special Olympics World Games beworben, die vom 17. bis 24. Juni 2023 in Berlin stattfanden. Die Stadt konnte deshalb im Sommer eine Gruppe junger Leute aus Uganda begrüßen und anschließend auf eine Woche voller Lebensfreude zurückblicken.

Die Weltspiele für Menschen mit geistiger und mehrfacher Behinderung gelten als die größte inklusive Sport-Veranstaltung weltweit. Ziel der Special Olympics ist es, als Inklusionsbewegung Menschen mit geistiger Behinderung durch den Sport zu mehr Anerkennung, Selbstbewusstsein und letztlich zu mehr Teilhabe an der Gesellschaft zu verhelfen. Die Sportveranstaltung fand erstmals in Deutschland statt.Es wurden Wettkämpfe in 26 Sportarten ausgetragen. 170 Teams mit 7000 Athleten reisten dafür nach Deutschland. Zum Konzept der Weltspiele 2023 gehörte es, dass eine Woche vor Wettkampfbeginn 170 Kommunen aus ganz Deutschland jeweils ein Team bei sich aufnahmen. Dazu bereiteten die Gastgeber-Städte zwischen dem 11. und 14. Juni 2023 ein viertägiges Programm vor, zeigten Sehenswürdigkeiten, veranstalteten Ausflüge und gemeinsame Sport-Aktivitäten.
Pirmasens begrüßte in diesem Zusammenhang das Fußball-Team aus Uganda. Am ersten gemeinsamen Abend gab es auf dem Schlossplatz einen Fackellauf, da die Fackel die Spiele ankündigt und als Botschaft des Friedens und der Freundschaft gilt.

Die anschließenden Tage vergingen wie im Flug. Die Fußballer machten Ausflüge und besichtigten das Dynamikum, die Heinrich-Kimmle-Stiftung und natürlich den Pfälzer Wald. Aber es wurde nicht nur geschaut und bestaunt, die Gäste wurden auch selbst aktiv. In der Heinrich-Kimmle-Stiftung entwarfen sie beispielsweise eigene Trikots und ein neues Logo.

Auf der Bühne am Schlosspark gab es Musik mit Rock- und Popklassikern. Jeden Abend standen Musik-Events und fröhliche Tanzveranstaltungen auf dem Programm. Außerdem gab es für die Besucher aus Uganda auf dem Schlossplatz lokale Spezialitäten wie Wurstsalat und Dampfnudeln in Weinsauce. Sogar Saumagen wurde angeboten, denn die Gäste sollten wirklich einen breiten Querschnitt der Pfälzer Küche kennenlernen. Nach all den aufregenden Erlebnissen konnten die Sportler aus Uganda weiter nach Berlin reisen und dort an den Sommerspielen teilnehmen. Übrigens gibt es bei den Special Olympics World Games keinen Medaillenspiegel. Mitmachen ist alles und viel wichtiger als eine Medaille.

Aufwärmübungen vor dem eigentlichen Training: Die ganze Gruppe ist motiviert und konzentriert bei der Sache.

Aufwärmübungen vor dem eigentlichen Training: Die ganze Gruppe ist motiviert und konzentriert bei der Sache.

Olympisches Engagement – ein natürlicher Schritt

Nach den intensiv erlebten Tagen verabschiedete sich Pirmasens von seinen Gästen und zog folgendes Fazit:
„Es war uns eine große Ehre und eine noch größere Freude, die Fußballer aus Uganda in Pirmasens begrüßen zu dürfen. Als Host-Town haben wir sehr gerne die Gelegenheit genutzt, ihnen als ersten Eindruck von Deutschland unsere schöne Stadt und die umgebene Region zu zeigen, bevor es für sie weiter nach Berlin zu den Special Olympics World Games geht. Wir hoffen, der Besuch in Pirmasens, unserer Region und in Deutschland bleibt ihnen noch lange in positiver Erinnerung. Mit der Teilnahme als ‚Host Town‘ hat Pirmasens ein starkes Zeichen gesetzt: für Inklusion! Und für die Beteiligung und Selbstbestimmung von behinderten Menschen. Auf Wiedersehen! Kwaheri“.

Offenheit, Toleranz, Wertschätzung und solidarisches Handeln gehören in der westpfälzischen Stadt Pirmasens zu den Grundfesten des täglichen Miteinanders. Wie stark dies mit dem einhergehenden Schutz und der Einhaltung demokratischer Grundwerte verknüpft ist, zeigt sich gerade in der regelmäßigen Teilnahme an Bundesprogrammen des Bundesministeriums für Familie, Senioren, Frauen und Jugend (BMFSFJ). Die Bewerbung als Host-Town galt deshalb in Pirmasens als „natürlicher Schritt“ beim dauerhaften Einsatz für mehr Inklusion.

Beim „Inclusion Cheer“-Training haben alle Beteiligten aber auch sehr viel Spaß.

Beim „Inclusion Cheer“-Training haben alle Beteiligten aber auch sehr viel Spaß.

Unternehmen und Inklusionsprogramme helfen

Außerdem engagiert sich im Rathaus von Pirmasens der Behindertenbeauftragte Berthold Göllner. Er arbeitet zwar ehrenamtlich, hat jedoch einen vollen Terminkalender. „Meine wichtigste Aufgabe besteht darin, mich für eine gleichwertige Teilhabe aller Menschen mit Behinderung in der Stadt einzusetzen. Das fängt damit an, auf breiter Linie über deren besondere Bedürfnisse zu informieren. Darüber hinaus werde ich regelmäßig bei allen Maßnahmen der Stadtverwaltung einbezogen, die sie betreffen. Auch ansässige Unternehmen erkundigen sich bei mir, wie sie Um- und Neubauten etwa mit Rollstuhlrampen, Hubliften und barrierefreien Fluchtwegen ausstatten können. Hier wie dort münden schlussendlich alle Anstrengungen in dem übergeordneten Gedanken der Inklusion, also dem breit verankerten Anspruch, dass jeder Mensch möglichst überall mit dabei sein und überall mitmachen können soll.“

In der Stadt gibt es außerdem eine Reihe von Inklusionsprogrammen, die auch wirklich Spaß machen. Ein gutes Beispiel ist eine Initiative des Turnvereins Pirmasens 1863 e.V. (TVP). Sie heißt „Inclusion Cheer“ und spricht alle Menschen an. Die Gruppenmitglieder üben sich in verschiedenen Cheerleader-Formationen. Die Idee dazu entstand, als Pirmasens zur Host-Town ernannt wurde. Markus Zwick, Oberbürgermeister der Stadt Pirmasens: „Pirmasens lebt von dem Zusammenhalt seiner Stadtgemeinschaft und den vielen Menschen, die sich unermüdlich für den sozialen Aufschwung unserer Stadt engagieren. Wir alle profitieren davon, dass sie sich aufkommenden Problemen stellen und Fehlentwicklungen entgegenwirken, bevor sie überhaupt zum Problem werden können.“

Links: Cheerleader-Training in der Halle; rechts: Machen beim Cheerleading-Training eine gute Figur (von links): Rianna Kurmaienkova, Alicia Müller, Senna Rüffer und Alina Korb.

Links: Cheerleader-Training in der Halle; rechts: Machen beim Cheerleading-Training eine gute Figur (von links): Rianna Kurmaienkova, Alicia Müller, Senna Rüffer und Alina Korb.

Weitere Informationen und ein Video unter:

https://thueringen2024.specialolympics.de

www.berlin2023.org

www.youtube.com/watch?v=VTamU_Phelk


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