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Noch lange nicht ausgeschöpft: Biogas hat Potenzial

Bei Produktion und Nutzung gibt es viele Beteiligungsmöglichkeiten

Die Beteiligungsmöglichkeiten bei der Produktion und Nutzung von Biogas sind vielfältig und die Potenziale noch lange nicht ausgeschöpft.

Den Zeitpunkt nutzen

Während sich vielerorts Bürgersolaranlagen etabliert haben, sind gemeinschaftlich betriebene Biogasanlagen noch selten. Bioenergiedörfer, die kommunale Gebäude, private Haushalte und gewerbliche Betriebe als Wärmeabnehmer involvieren, sind bisher die erfolgreichsten Beteiligungsmodelle im Biogasbereich. Nicht nur wegen der stellenweise geringen Akzeptanz von Biogasanlagen in der Bevölkerung, sondern auch angesichts auslaufender Förderperioden auf nationaler Ebene ist es aktuell für zahlreiche Biogasanlagenbetreiber notwendig, über die Zukunft von Biogas nachzudenken. Kommunen sollten diesen Zeitpunkt nutzen, um die Einbindung der Anlagen in lokale und regionale Energiekonzepte in Zusammenarbeit mit den Betreibern und der Bevölkerung zu gestalten.

 

Neue Impulse

Im Rahmen des Projekts „ISABEL –  Triggering sustainable biogas energy communities through social innovation“ werden in drei Regionen in Europa Beteiligungsprozesse initiiert und neue Impulse für bürgernahe Biogas-Konzepte generiert. In Süddeutschland, im Besonderen in der Bodenseeregion, in der englischen Region Yorkshire and the Humber sowie in den griechischen Regionen Zentralmakedonien, Ostmakedonien und Thrakien werden gemeinschaftlich Ziele und Lösungswege für die zukünftige Produktion und Nutzung von Biogas erarbeitet. Zwischen den Regionen findet ein Austausch statt. Der lokale sowie der internationale Austausch werden wissenschaftlich begleitet. Die Entwicklung der Biogas-Gemeinschaften wird durch das Programm HORIZON 2020 der Europäischen Gemeinschaft für Forschung, technologische Entwicklung und Demonstration gefördert.

Die Bodensee-Stiftung begleitet die Entwicklung von gemeinschaftlichen Biogasprojekten in Süddeutschland. Die Umweltschutzorganisation mit Sitz in Radolfzell motiviert Akteure verschiedener Interessensgruppen, eigenes Wissen und neue Ideen einzubringen und gemeinsam Lösungswege zu erarbeiten. Workshops, Exkursionen, Umfragen und weitere Methoden helfen, um dem komplexen Thema gerecht zu werden. Zu Beginn wurden Faktoren identifiziert, die in einer positiven Wechselwirkung mit gemeinschaftlichen Biogasprojekten stehen, darunter die regionale Wertschöpfung und die vielfältigen Nutzungsoptionen von Biogas.

 

Rolle der Kommunen

Kommunale Gebäude, Einrichtungen und Fuhrparks zählen meist zu den großen Energieverbrauchern in den Städten und Gemeinden. Ein Teil dieser Nachfrage kann durch lokal produziertes Biogas bedient werden. Die Erzeugung von Strom aus Biogas ist bekannt. Biogas kann aber auch Wärme und Kälte, zum Beispiel für die Kühlung von Lebensmitteln, liefern und des Weiteren als Treibstoff für Fahrzeuge aufbereitet werden. Aufgrund der flexiblen Nutzungsoptionen nimmt Biogas in regionalen Energiekonzepten eine wichtige Rolle ein. Mit der Beteiligung von Kommunen und anderen Akteuren geht eine Stärkung des regionalen Wirtschaftskreislaufs einher. Ziel sollte sein, dass die Beteiligung nicht nur in Form von Produktabnahme erfolgt, sondern dass auch bei der Produktion Beteiligungsmodelle zum Tragen kommen. Dies kann durch die Nutzung kommunaler oder privater Biomasse erfolgen. Aber auch der Einsatz von lokalen Arbeitskräften oder die Entwicklung von Umwelt- und Sozialstandards für den Anlagenbetrieb stärken den Austausch innerhalb einer Biogas-Gemeinschaft.

 

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Eine internationale Delegation besucht das Bioenergiedorf Möggingen.

 

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Workshop am Bodensee zu gemeinschaftlichen Bioenergieprojekten

 

 

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Abbildung oben:

Bei der aktuellen Situation der Biogaslandschaft in Deutschland sind die Kommunen in die landwirtschaftlich geprägte Produktion und Nutzung von Biogas kaum involviert. Hauptaufgabe der Biogasanlagen ist die Stromproduktion für das öffentliche Netz. Nur einige Kommunen nutzen die Energie in Form von Wärme, die bei der Stromproduktion anfällt.

Abbildung unten:

Im Gegensatz dazu steht die Vision einer Biogas-Gemeinschaft). Die Stoffströme von Output und Input verlaufen zwischen Biogasanlage und Kommune. Der Austausch lässt sich je nach Gemeinschaft individuell wählen, fokussieren oder erweitern. Er kann mit einem Kapitalfluss einhergehen, der wiederum lokale Wertschöpfungsstrukturen stärkt. Die enge Bindung zwischen Gemeinschaft und Biogasanlage fördert eine bürgernahe Biogasproduktion. Kommunen, Bürger und Biogasanlagenbetreiber können die Energiewende mitgestalten

 

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Fritz-Reichle-Ring 4
78315 Radolfzell

Tel. +49 (0)7732 / 9995-40
Fax. +49 (0)7732 / 9995-49
E-Mail. info@bodensee-stiftung.org
Web. www.bodensee-stiftung.org

2. September 2016


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