15. März 2024

Projekt Seilbahn – Kooperationsvertrag zwischen Stadt und Stadtwerken

Stadtwerken Bonn will eine Seilbahn hinauf zum Venusberg planen

Gemeinsam mit den Stadtwerken Bonn (SWB) möchte die Bundesstadt Bonn eine Seilbahn von Beuel über den Rhein hinauf zum Venusberg planen, bauen und betreiben. Vor diesem Hintergrund hat der Stadtrat die Stadtverwaltung am 14. März 2024 beauftragt, auf Basis eines gemeinsam mit den SWB erarbeiteten Entwurfs einen Kooperationsvertrag für die Seilbahn abzuschließen.


„Die Bonner Seilbahn wäre die erste urbane, in den Öffentlichen Nahverkehr eingebundene Seilbahn in Deutschland, 
die mit einem normalen Nahverkehrsticket wie dem Deutschlandticket genutzt werden kann. 
Mit den Stadtwerken Bonn haben wir eine starke und verlässliche Partnerin für unsere Seilbahn an unserer Seite. 
Bei unserem Projekt sind wir in Bonn so weit wie keine andere Kommune in Deutschland. 
Gemeinsam wollen wir die Seilbahn als Teil der Mobilitätswende in Bonn zum Erfolg führen“,
betont Oberbürgermeisterin Katja Dörner.

 

 

„Mit dem Bau der Seilbahn wird der Bonner Nahverkehr um eine attraktive Verbindung von Beuel
über den Rhein auf den Venusberg ergänzt werden. Es freut mich, dass wir dieses Leuchtturmprojekt
gemeinsam mit den Stadtwerken Bonn weiter voranbringen werden“

sagt Stadtbaurat Helmut Wiesner.

 

Der Kooperationsvertrag regelt die weitere Vorgehensweise und die nächsten Schritte beim Projekt Seilbahn. „Die Seilbahn wird ein weiterer Meilenstein der Verkehrswende in Bonn sein. Wir freuen uns darauf, dass wir unser bestehendes Mobilitätsportfolio bald durch ein autonomes, elektrisches und innovatives Angebot erweitern dürfen“, sagt Anja Wenmakers, Geschäftsführerin von SWB Bus und Bahn.

 

Aktueller Sachstand und nächste Schritte

Als nächstes muss beispielsweise die technische Planung weiter überarbeitet und verfeinert werden. Nach Abstimmung mit betroffenen Anlieger*innen wird der Verlauf der Trasse angepasst. Dies führt zu Änderungen gegenüber dem Erstentwurf, wie im Fall der Verschiebung der Endstationen auf dem Gelände des Universitätsklinikums und am Schießbergweg in Beuel-Ramersdorf.

Parallel laufen Vorabstimmungen mit einer Reihe von Behörden und Interessengruppen. Konkret ist die Kommunikation mit der Deutschen Bahn, den SWB, der Landesluftfahrtbehörde, Betreibern von Richtfunktrassen, verschiedenen Dezernaten der für das spätere Planfeststellungsverfahren zuständigen Bezirksregierung Köln, dem Landschaftsverband Rheinland, dem Wasserstraßen- und Schifffahrtsamt Rhein sowie einigen vor Ort direkt durch Stationen bzw. wesentlichen Überflug Betroffenen aufgenommen worden. Die Stadtverwaltung erarbeitet derzeit für alle Seilbahn-Stationen ein Lastenheft mit Zusatznutzungen wie Mobilstationen, Fahrradabstellanlagen, Bike-Sharing etc.

 

Die Einbettung in das Landschaftsbild ist wichtig

Die Station Rheinaue sowie der im Parkbereich verlaufende Trassenabschnitt befinden sich in einem denkmalrechtlich geschützten Landschaftsschutzgebiet. Es steht unter dem Urheberrecht des Landschaftsarchitekten Gottfried Hansjakob. Zwischenzeitlich hat die Verwaltung zusammen mit dem Urheber und einem von ihm beauftragten Architekten eine – beispielhafte – Vorplanung zur landschaftlich harmonischen Einbettung der Station in den Rheinauenpark entwickelt.

 

Die Vorbereitungen der Vergabeunterlagen sind in Arbeit:

  • Ein meteorologisches Gutachten für die Gesamttrasse zur Ermittlung der klimatischen Bedingungen (Wind, Eis, Schnee, Gewitter etc.) ist zwischenzeitlich erstellt.
  • Ein spezielles aerodynamisches Gutachten inklusive Windkanalversuch zur Ermittlung der Einflüsse des Posttowers sowie dessen Nachbarbebauung auf die Windverhältnisse im nahräumigen Seilbahntrassen-Abschnitt wurde erarbeitet.
  • Ein geologisches Vorgutachten/ Baugrundgutachten ist in Auftrag gegeben worden. Hierzu finden derzeit durch Probebohrungen Erkundungen des Bodens entlang der Trasse statt.
  • Um mögliche Umweltauswirkungen des Seilbahnprojekts ermitteln und beurteilen zu können, soll ein Gutachten umweltschutzfachlicher und -rechtlicher Leistungen im Laufe des März in Auftrag gegeben werden.
  • Die Vergabeunterlagen für ein Vorgutachten zum Thema Schallschutz wurden erstellt und mögliche Bieter zur Abgabe von Angeboten bereits aufgefordert. Aktuell geht die Verwaltung von einer Beauftragung Ende März 2024 aus.
  • Da sich Teilbereiche der Seilbahntrasse in ausgewiesenen Überschwemmungsgebieten bzw. potenziellen Hochwasserbereichen befinden, ist die Vergabe eines wasserrechtlichen und hydrologischen Gutachtens für Mitte des Jahres 2024 vorgesehen.
  • Parallel kümmern sich die Stadtwerke Bonn um das Vergabeverfahren zur Beauftragung eines Projektsteuerers nebst Fachplanern. Mit einer Beauftragung des Kooperationsvertrags wird im ersten Halbjahr 2024 gerechnet.

Es ist vorgesehen, dass der Projektsteuerer gemeinsam mit den Stadtwerken die funktionale Ausschreibung des Herstellers vorbereitet. Ebenso soll die Erstellung der für das Planfeststellungsverfahren koordiniert werden.

 

Beteiligung und Dialog

Zusammen mit der Kommunikationsagentur IFOK wird die Stadt Bonn weitere Beteiligungs- und Dialogformate zum Seilbahn-Projekt anbieten. Die Kommunikation mit Anrainern der Trasse sowie Interessenverbänden etc. wird auch im Jahr 2024 fortgesetzt. Derzeit wird unter anderem eine Anwohnenden-Werkstatt für April 2024 vorbereitet.

 

Informationen zur Seilbahn im Internet

Weitere Infos Zum Projekt Seilbahn gibt es hier: www.bonn.de/seilbahn


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15. April 2024


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