Die Mitglieder des Jugendgemeindrats Weingarten sind in der Regel zwischen 13 und 20 Jahre alt. Jedes Jahr finden an jeder Schule in Weingarten sogenannte Ergänzungswahlen statt, zu denen jeder Achtklässler wählen gehen kann.

„Frag doch mal …“ den ältesten Jugendgemeinderat Deutschlands

In Weingarten hat Deutschlands erster Jugendgemeinderat seinen Sitz

Im baden-württembergischen Weingarten im Landkreis Ravensburg wurde bereits 1985 ein Jugendgemeinderat gegründet. Er arbeitet mit dem Oberbürgermeister zusammen und besitzt im Gemeinderat ein Anhörungs- und Antragsrecht. Seine Mitglieder werden durch die Schüler aller 8. Klassen der Stadt gewählt.

 

Um auch älteren Jugendlichen die Möglichkeit der Mitarbeit im Gremium zu geben ist es möglich, jährlich maximal fünf weitere Kandidaten aus höheren Klassen für ein Jahr in das Gremium aufzunehmen. Der Jugendgemeinderat beginnt das Jahr traditionell mit einem Arbeitsseminar, in dem die Grundzüge und Themen der Arbeit für das nächste Jahr bestimmt werden.

 

Viele Jahre lang besuchten JGR-Mitglieder mit einer Ostereieraktion das Krankenhaus „14 Nothelfer“ in Weingarten.

 

2019 beteiligte sich der Jugendgemeinderat in Weingarten beim Supersamstag „Herbstgefühle“. Am Stand gab es leckeren Zwiebelkuchen und die Besucher konnten Kürbisse schnitzen.

 

Der Jugendgemeinderat Weingarten meldet sich auch kritisch zu Wort

Wer wir sind: „Unsere Mitglieder sind in der Regel zwischen 13 und 20 Jahre alt. Jedes Jahr finden an jeder Schule in Weingarten sogenannte Ergänzungswahlen statt. Das heißt, jeder Achtklässler hat die Möglichkeit zur Wahl zu gehen.
Da die Wahlen in der Schule während der Schulzeit stattfinden, gibt es eine Wahlbeteiligung von nahezu 100 Prozent.

Der Jugendgemeinderat konnte in den letzten Jahren verschiedene Projekte realisieren. Einige davon sind der Skatepark am Schulzentrum, der Bikepark sowie die Graffitis in der Unterführung Charlottenplatz und am BOB-Bahnhof. Außerdem steht dank uns jetzt ein Wasserspender im Stadtgarten.
Dieses Jahr haben wir unter anderem durch eine Crowdfunding-Aktion eine Slackline für den Stadtgarten finanzieren können.

Unser Jugendgemeinderat trifft sich rund fünf Mal im Jahr zu Jugendgemeinderatssitzungen, hinzu kommt ein ganztägiges Arbeitsseminar am Anfang des Jahres und jeweils rund vier Wochen vor der Sitzung findet ein Arbeitsgruppentreffen statt. Durch eine Whatsapp-Gruppe sind wir außerdem in regelmäßigem Austausch miteinander.
Wenn wir nicht in den Sitzungen sind, arbeiten wir mit der App Aula, dort kann jeder eigene Ideen vorschlagen. Wenn diese dann von der Mehrheit befürwortet werden, kommt der Vorschlag in eine unsere Sitzungen.“

www.jgrw.de
www.facebook.com/Jugendgemeinderat

 

 

Vanessa Eichloff ist seit Ende 2018 im Jugendgemeinderat Weingarten und bereut ihre Tätigkeit nicht:
„Ich habe viele Sachen gelernt.“

„Ich bin 15 Jahre alt und bin jetzt in meinem dritten Jahr als Jugendgemeinderätin.

In der achten Klasse war ich mir von Anfang an sicher, dass ich in den Jugendgemeinderat möchte.
Ich hatte von dem Skaterpark, den die Jugendgemeinderäte initiiert haben, gehört und war total von der Idee fasziniert, dass man als Jugendliche etwas in Weingarten verändern kann.

Jetzt, nach fast drei Jahren, bin ich sehr froh darüber, dass ich in der achten Klasse den Schritt gewagt habe, mich als Kandidatin aufstellen zu lassen.
Ich habe viele Sachen gelernt und finde auch die Aktionen, die der Jugendgemeinderat macht, wirklich toll und wirke sehr gerne mit.“

 

 

 

 

Tim-Lucas Leidig sieht Verbesserungsbedarf:
„Ich denke, wir werden einfach nicht ernst genommen.“

„Ich bin auch 15 Jahre alt und bin nun in meinem dritten Jahr als Jugendgemeinderat.
Von dem Moment an, als der Jugendgemeinderat bei uns an der Schule vorgestellt wurde, war mir eigentlich klar, dass ich dahin will. Wie man sieht, habe ich es geschafft und darüber bin ich auch sehr glücklich.
Es ist schön, einen Ort zu haben, an dem man selber ein wenig mitentscheiden kann.
Trotzdem ist noch lange nicht alles perfekt, manchmal denke ich, dass wir einfach nicht ernst genommen werden vom Gemeinderat der Stadt. Wir sind zwar da, aber das war es meistens auch.
Es herrscht generell ein gewisses Missverständnis in der Gesellschaft: Nur, weil jemand 40 Jahre älter ist, heißt es ganz einfach nicht, dass dieser recht hat. Und nur, weil es junge Menschen sind, die sich für etwas richtig einsetzen, heißt es nicht, dass wir falsch liegen.“

 

 

Weitere Statements zum Thema aus:
Freising
Markt Roßtal

Winnenden

 

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5. Januar 2021


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